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2月29日
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Bengaltiger
Auch ein erfüllter Traum bringt Qual- Tiger. Einst leiser Zweifel lauter werdend nagt. Doch dieses Glück kommt nur ein Mal- Tiger. Der Bengaltiger hat nach dir gefragt.
Zwei Chancen und nur eine Wahl- Tiger, auch wenn du dich mit dem Gewissen plagst. Wäre nicht dein grauer Gemahl- Tiger, der nicht verdient, dass du ihn von dir jagst.
Doch der Bengaltiger ist viel gewaltiger und wenn er brüllt, spürst du die Erde bebt. Gewiss erfüllt er dir, was du im Traum erlebt.
Doch was ist richtiger und was ist wichtiger? Die Qual der Wahl hast du selbst angestrebt. Das Graue fällt hinab wenn man das Schlaue hebt.
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Wolfsmond
Gedanken und Träume fliegen durch den Geist, da ist etwas, das an meiner Seele reißt. Die Seele verborgen, gefangen hinter grauen Wänden, im Traume sind mir gebunden meine Hände. Die Nacht sich in Geiste nieder läßt, den Wolf in mir in die Welt entläßt. Das Tier in mir möchte zerren und beißen, möchte all diese Mauern um mich niederreißen. Dann ist da noch diese gefühlvolle Wesen, es kämpft mit dem Wolf, will das Dunkel durchreisen. Der Wolf in mir verkörpert mein vergangenes Leben, die Seele aber möchte nur wieder Friede geben. Der Wolf läßt mich träumen , nimmt mir meine Glück, Erinnerungen kehren mit aller Macht zurück. Die Nacht ist für mich, voller Ängste und Qual, der Wolfsmond läßt mir Nacht für Nacht keine andere Wahl.
Wolfstrauer
In Trümmern liegen die Reviere, dezimiert ist unser Volk, gejagt, gemordet, gefangen, gefoltert, eingesperrt, weggeschlossen, habt ihr uns und fühlt Euch stark!! Geschärft sind die Krallen, die Augen sind klar, es blitzen die Zähne, so scharf wie Stahl, wir sind bereit, die Schlacht beginnt. Kalte Nacht, funkelnde Sterne, lautes Heulen die Stille zerfetzt. Trauer um unsren Kameraden... Ihr könnt schießen und schreien, doch WIR sind die Jäger... Und IHR... die gejagten... Die Schlacht beginnt... Das Rudel formiert... Bleibt fern den Wäldern... Es könnte Euer Ende sein...
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Der Wolfsjunge geschichte

Einst lebte ein Junge in den Bergen und Wäldern Südfrankreichs. Er lebte ganz allein, ohne Mutter und Vater und ohne Freunde. Er war ganz nackt. Er wusste nicht, was Kleider sind. Er war ganz wild. Er wusste, wie man im Wald leben konnte, welche Pflanzen, Beeren und Wurzeln ihm Nahrung gaben. Er wusste, wie er den harten Winter, die eisigen Nächte überleben konnte. Er liebte den Wind, den Schnee, den Mond… Doch eines Morgens entdeckten ihn Jäger. Sie jagten ihm durch die Wälder nach und fingen ihn ein. Aber der „Wolfsjunge“ konnte nichts über sich erzählen, weil er nicht sprechen gelernt hatte. Man hielt ihn für taub. Er wurde verlacht und verspottet. Doch es gab einen jungen Arzt, der sich entschloss, den Jungen mit nach Hause zu nehmen und für ihn zu sorgen: „Ich werde dein Lehrer sein.“ Victor (so wurde er genannt) lernte fühlen, lachen, weinen, spielen und schreiben. Eines Tages lief er davon, in die dunklen Wälder… Aber er kam zurück. Er war ein Mensch, ein Junge. Er war nicht mehr wild.


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Schmetterling
Sie war ein Blümlein hübsch und fein, Hell aufgeblüht im Sonnenschein. Er war ein junger Schmetterling, Der selig an der Blume hing. Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm Und nascht und säuselt da herum. Oft kroch ein Käfer kribbelkrab Am hübschen Blümlein auf und ab. Ach Gott, wie das dem Schmetterling So schmerzlich durch die Seele ging. Doch was am meisten ihn entsetzt, Das Allerschlimmste kam zuletzt Ein alter Esel fraß die ganze Von ihm so heiß geliebte Pflanze.
Auf einer Blume, rot und brennend, saß Ein Schmetterling, der ihren Honig sog, Und sich in seiner Wollust so vergaß, Daß er vor mir nicht einmal weiterflog.
Ich wollte sehn, wie süß die Blume war, Und brach sie ab: er blieb an seinem Ort; Ich flocht sie der Geliebten in das Haar: Er sog, wie aufgelöst in Wonne, fort!
| | | 2月28日
Engelsgedicht
Geh weiter gebrochener Engel Geh weiter deinen Weg durch die Finsternis Suche weiter gebrochener Engel Suche weiter das Ende der Finsternis Sieh nicht zurück gebrochener Engel Sieh nicht zurück auf das Trümmerfeld Hör nicht hin gebrochener Engel Hör nicht hin, was die Finsternis spricht Steh wieder auf gebrochener Engel Steh wieder auf lass dich nicht länger nieder drücken Gib nicht auf gebrochener Engel Gib nicht auf, auch wenn deine Kräfte dich verlassen Lass nicht zu gebrochener Engel Lass nicht zu das die Angst dich weiter zerfrisst Kämpfe gebrochener Engel Kämpfe um dein Leben Schreie gebrochener Engel Schreie deinen Schmerz herraus Weine gebrochener Engel Weine, lass sie heraus deine versteckten Tränen Lauf nicht weiter gebrochener Engel Laufe nicht weiter dem Tod endgegen Versuche gebrochener Engel Versuche wieder zu leben Hör mir doch zu gebrochener Engel Hör mir doch zu...
Engelsgedicht
Ich liess meinen Engel lange nicht los, und er verarmte mir in den Armen, und wurde klein, und ich wurde gross, und auf einmal war ich das Erbarmen und er eine zitternde Bitte bloss.
Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben, - und er liess mir das Nahe, daraus er entschwand; er lernte das Schweben, ich lernte das Leben, und wir haben langsam einander erkannt. . .
Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht, kann er frei seine Flügel entfalten und die Stille der Sterne durchspalten, - denn er muss meiner einsamen Nacht nicht mehr die ängstlichen Hände halten – seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.
| | | 2月25日
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******Ostern******
Es war daheim auf unserm Meeresdeich; ich ließ den Blick am Horizonte gleiten, zu mir herüber scholl verheißungsreich mit vollem Klang das Osterglockenläuten.
Wie brennend Silber funkelte das Meer, die Inseln schwammen auf dem hohen Spiegel, die Möwen schossen blendend hin und her, eintauchend in die Flut der weißen Flügel.
Im tiefen Kooge bis zum Deichesrand war sammetgrün die Wiese aufgegangen; der Frühling zog prophetisch über Land, die Lerchen jauchzen, und die Knospen sprangen.
Enfesselt ist die urgewalt'ge Kraft, die Erde quillt, die jungen Säfte tropfen, und alles treibt, und alles webt und schafft, des Lebens vollste Pulse hör ich klopfen.
Das Osterei
Hei, juchei! Kommt herbei! Suchen wir das Osterei! Immerfort, hier und dort und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt. Endlich wird es doch entdeckt. Hier ein Ei! Dort ein Ei! Bald sinds zwei und drei.
| | | 2月24日
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As palavras
São como um cristal, as palavras. Algumas, um punhal, um incêndio. Outras, orvalho apenas.
Secretas vêm, cheias de memória. Inseguras navegam: barcos ou beijos, as águas estremecem.
Desamparadas, inocentes, leves. Tecidas são de luz e são a noite. E mesmo pálidas verdes paraísos lembram ainda.
Quem as escuta? Quem as recolhe, assim, cruéis, desfeitas, nas suas conchas puras?
Die Wörter
Sie sind wie ein Kristall, die Wörter. Einige, ein Dolch, ein Brand. Andere, nur Tau.
Heimlich kommen sie, gefüllt mit Erinnerung. Unsicher segeln sie: Kähne oder Küsse, die Wasser erzittern.
Hilflos, unschuldig, leicht. Gewebt sind sie aus Licht und sind die Nacht. Und selbst bleich erinnern sie noch an grüne Paradiese.
Wer lauscht ihnen? Wer sammelt sie ein, derart, grausam, zerbrochen, in ihren reinen Muscheln?
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Gedichte über Pferde
Pferde nicht nur schwarz, braun, weiß, ein graues oftmals Schimmel heißt, ob Astor, Fuchs, Rosso oder Max, mit jedem gibt es jederzeit Spaß.
Wenn vor Stolz die Nüstern beben, beginnt der Schwung im Pferdeleben, es möchte galoppieren und traben, springen über den Wassergraben.
Geduld und Einfühlungsvermögen, wird beim Reiten Freude geben, keine Strafe, sondern Lob, heißt bei Kennern das Gebot.
Schaut es dich mit wachen Augen an, und spitzt die Ohren dann und wann, beim Reiten weht die Mähne im Wind - dann Pferd und Reiter glücklich sind.
Zwangsmittel brauchen Reiter nicht, gib keine Stöße oder Schläge ins Gesicht, gönne dem Pferde Ruhe, auch eine Rast, zeig, wie gern du deinen Tierfreund hast.
Ein Sprung über Stock und Steine, am Fluß, durch Wälder oder Haine, es möchte spüren deine Liebe im Leben, ist allzeit als Freund dir treu ergeben.
| | | 2月23日
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****Der Leuchtturm****
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Als stünde er hier schon immer Und sähe von oben uns zu, Bewacht er den silbrigen Schimmer des Wassers und kommt nicht zur Ruh
Meist winkt er den Nebel vorüber Und hüllt er sich doch darin ein, Dann wird sein Blick schwelgerisch trüber, Die Möwen vergessen ihr Schrei'n
Er könnte von Vielem berichten Und hörte man ihm etwas zu, Erzählte er seine Geschichten, In einer, da wärest auch du
Als stünde er hier schon immer, Und atme das salzige Meer. Nur Licht ist in keinem der Zimmer, Der Leuchtturm steht lange schon leer.
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| | | 2月22日
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Das Alter

Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise, Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen, Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen, Und trüber Winter deckt die weiten Kreise.
Die Wanduhr tickt, im Zimmer singet leise Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen. Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen, Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise.
So mild ist oft das Alter mir erschienen: Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder, Und über Nacht hat sich die Luft gewendet.
Ans Fenster klopft ein Bot' mit frohen Mienen, Du trittst erstaunt heraus - und kehrst nicht wieder, Denn endlich kommt der Lenz, der nimmer endet.
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Wäre ich ein Vogel Ich sänge für die Welt Denn dies Talent bezahlen Das kann man nicht für Geld.
Wäre ich ein Vogel dann wär ich gern bei Dir Wir brauchen alle Flügel Menschlein wie auch Tier.
Ich flieg auf Deinen Apfelbaum Und sitze still bei Dir Küsse Dich in Deinem Traum Ich weiss Du bist bei mir.
Wir reisen an manchen Ort der Erde Überall schon vor uns da Wir stehlen manche Pferde Ach, ist träumen wunderbar.
Und wenn Du willst dann wieder fort Geh langsam und auch leise Eines Vogels Flügel sind kein Hort Sie sind da für die Reise.
Auch die längste Reise hat ein Ziel Vielleicht auf einem Apfelbaum War der Weg auch doch kein Spiel Ich denk an Dich in meinem Traum.
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Schlüssel des Lebens

Das Leben gleicht einem Strand, an den der Ozean des Schicksals unermüdlich neue Dinge an deine Seele spült.
Es können neue Menschen sein, denen du begegnest, Worte und Weisheiten, Erlebnisse, Gedanken.
Wie Muscheln liegen sie an deinem Strand. Warten darauf von dir gefunden zu werden.
Manche bleiben dort lange liegen, andere werden von der nächsten Flut zurückgezogen ins Meer, waren nur kurze Besucher.
Nur wer sie aufsammelt und ihre Schönheit, ihre Wahrheit und Struktur im hellen Licht betrachtet,
dem erzählen sie ihrer Geschichte von der Reise durch das tiefe Meer.
Du musst sie nicht besitzen, das gleicht einem hoffnungslosen Kampf gegen die Urgewalt des Meeres -
trage ihre Geschichten nur tief in deinem Herzen.
Sie können der Schlüssel sein für die Geheimnisse des Lebens, für die Schatzkisten an deinem Strand, oder sind es selbst.
Habe also keine Angst vor einer rauen, stürmischen, und bewegten See.
Sie wird dir mehr Muscheln an den Strand spülen, als ein ewig flaches Meer bei Sonnenschein.
Genieße die sonnigen Stunden bei Ebbe und sei tapfer bei Sturm und hohen Wellen.
Das Bild des Sandes an deinem Strand ist vergänglich und jeden Tag neu.
Gezeichnet von den Menschen und bereinigt von der Flut.
Besuche auch andere Strände, an denen der Wind das Meer aus einer anderen Richtung an das Ufer treibt.
Vertraue auf dein Gefühl welche Muschel dir gefällt.
Aber nimm dir auf jeden Fall die Zeit, die Muscheln zu betrachten.
Halte sie in die Sonne und schenk ihrem Rauschen dein Ohr.
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2月20日
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Excalibur, Excalibur, was willst Du doofes Schwert denn nur? Nun steckst Du dort in diesem Stein und willst nicht raus – nicht weiter rein und lachst, wenn einer kläglich zieht, Dir schmachvoll auf die Klinge sieht, Excalibur, Excalibur, was willst Du doofes Schwert denn nur?
Excalibur, Excalibur, Du spielst mit diesem dummen Schwur! Verspottest alle, groß und klein, und niemand kann nach Hilfe schrei’n, denn wer Dich will, der muss allein der Auserwählte dafür sein. Excalibur, Excalibur, was willst Du doofes Schwert denn nur?
Excalibur, Excalibur, nun sieh doch diesen armen Bur! Der zieht, als gäb’s kein Halten mehr, doch Halten gibt’s – Du hälst Dich schwer und immer mehr an diesem Stein, wie kann man denn so stur nur sein? Excalibur, Excalibur, was willst Du doofes Schwert denn nur?
Excalibur, Excalibur, Jetzt hat Dich wer! Sein Herz ist pur! Er zog wie jeder and’re auch, doch nach der alten Sage Brauch entschlüpftest Du dem Felsen rasch (und dabei zog er etwas lasch), jetzt merkst Du, was es heißt, zu leben, wird einiges auf’s Eisen geben, Kämpfe, Schlagen, Kriege gar – Du beziehst für immerdar die Prügel dieses edlen Herrn, sag: Hast Du diesen Schwur noch gern? Excalibur, Excalibur, Da hast Du Deinen doofen Schwur!
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2月19日
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Der Mond
Was immer auch in vielen Nächten, an dir mein Freund mich fasziniert, du scheinst für Gute und Gerechte, doch auch für Schlechte ungeniert.
Flüssiges Silber strahlst du aus, mystischer Glanz aus deinen Poren, du scheinst mit Magie in die Nacht hinaus, dazu bist du auserkoren.
Mal bist du voll, mal halb, mal Sichel, zeigst Wetter an mit deinem Kranz, auf deinem Rund sitzt Mondenmichel, im Vollmondschein rufst du zum Maientanz.
Dein Wanderkurs am Himmelsrad, bewegt die ganze Natur, du keimst so manche gute Saat und stellst uns die innere Uhr.
Mich drängt dein Schein zur Feder zu greifen, um Fantasie durch dich beschwört, auf dem Papier heranzureifen, so auch in dieser Stunde, dazu hast du mich betört.
Schon in alten Zeiten, hat dein Licht viel Aberglauben heraufbeschworen, Vampire, Feen, Hexen, die auf Besen reiten, wurden alle in deinem Licht geboren.
Und wenn dann dicke Erde unsere Herzen kalt erdrückt, ist nur die Liebe uns geblieben, mit der du uns in lauen Nächten hast beglückt, dann werden wir uns an dich erinnern durch unsere Lieben.
Nun end ich hier, will Dank dir preisen, mögest du mir weiterhin, die Fantasie gefühlvoll strecken, meinem Glück den Weg weisen und in mir Legenden wecken.
Die Zeit
Stetig dreht sich das Rad der Zeit, heute hier und bald vergangen, schnell kommt das Ende, es ist nicht weit, dann ist alles ohne Belangen.
Preiset das Heute, seid nicht verdrossen, lasst's nicht einfach so vergehen, denn alles ist schon längst beschlossen, für keinen bleibt das Zeitrad stehen.
Wie Mensch und Tier das Licht der Welt erblicken, so wurde die Erde einst aus Staub geboren, auf ihr wandeln wir, bis wir in den letzten Schlaf einnicken, dazu sind wir auserkoren.
Und so wie wir an die Erde, ist sie an die Sterne gebunden, die sich drehen auf ihren Wegen, in spiralen Nebeln, auf fernen Runden, auf dem Zeitenrad ihrem Schicksal entgegen.
Dadurch sind wir alle, nah und weit, ob Mensch, ob was auch immer, nur Bettelknechte von der Zeit, selbst das Sternenbanner, mit seinen unendlichen Schimmer.
Ja, die Zeit gilt für uns alle, ob Gewächs, ob lebend Fleisch, ob Stern in der Himmelshalle, nur die Lebenszeiten sind nicht gleich.
Es war des Schöpfers Wille, er musste entscheiden, mal kurz, mal lang, er hat die Lebensspannen ausgewählt, es kommt nur darauf an, sie zu nutzen, nicht zu neiden, denn selbst die Stunden der Sterne sind gezählt.
Irgendwann stürzt dann alles in sich hinein, und das Zeitenrad bleibt stehen, nichts wird dann noch sein, aber vielleicht lässt es die Schöpfung von Neuem drehen.
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Meerjungfrau- Gedicht
versiegelt die lippen die liebe der kuss
stoppt die gedanken die worte den fluß
verweilen im jetzt im raum in der zeit
verweilen im kuß der ewigkeit.
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Miternacht- Magier
Er ruft es an. Er schrickt zusamm und steht.
Was steht? Das andre; alles, was nicht er ist,
wird Wesen. Und das ganze Wesen dreht
ein raschgemachtes Antlitz her, das mehr ist.
O Magier, halt aus, halt aus, halt aus!
Schaff Gleichgewicht. Steh ruhig auf der Wage,
damit sie einerseits dich und das Haus
und drüben jenes Angewachsne trage.
Entscheidung fällt. Die Bindung stellt sich her.
Er weiß, der Anruf überwog das Weigern.
Doch sein Gesicht, wie mit gedeckten Zeigern,
hat Mitternacht. Gebunden ist auch er.
Die Mitternacht zog näher schon;
In stiller Ruh' lag Babylon.
Nur oben in des Königs Schloß,
Da flackert's, da lärmt des Königs Troß.
Dort oben in dem Königssaal
Belsazar hielt sein Königsmahl.
Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.
Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht';
So klang es dem störrigen Könige recht.
Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.
Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.
Und er brüstet sich frech, und lästert wild;
Die Knechtenschar ihm Beifall brüllt.
Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.
Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.
Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
Und er leert ihn hastig bis auf den Grund,
Und rufet laut mit schäumendem Mund:
"Jehova! dir künd ich auf ewig Hohn -
Ich bin der König von Babylon!"
Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König ward's heimlich im Busen bang.
Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.
Und sieh! und sieh! an weißer Wand
Da kam's hervor wie Menschenhand;
Und schrieb, und schrieb an weißer
Wand Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
Der König stieren Blicks da saß,
Mit schlotternden Knien und totenblaß.
Die Knechtenschar saß kalt durchgraut,
Und saß gar still, gab keinen Laut.
Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
Belsazar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.
| 2月18日
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Der Phönix
Es kommt ein Vogel geflogen aus Westen,
Er fliegt gen Osten,
Nach der östlichen Gartenheimat,
Wo Spezereien duften und wachsen,
Und Palmen rauschen und Brunnen kühlen -
Und fliegend singt der Wundervogel:
"Sie liebt ihn! sie liebt ihn!
Sie trägt sein Bildnis im kleinen Herzen,
Und trägt es süß und heimlich verborgen,
Und weiß es selbst nicht!
Aber im Traume steht er vor ihr,
Sie bittet und weint und küßt seine Hände
Und ruft seinen Namen,
Und rufend erwacht sie und liegt erschrocken,
Und reibt sich verwundert die schönen Augen -
Sie liebt ihn, sie liebt ihn!"
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An den Mastbaum gelehnt, auf dem hohen Verdeck,
Stand ich und hört ich des Vogels Gesang.
Wie schwarzgrüne Rosse mit silbernen Mähnen,
Sprangen die weißgekräuselten Wellen;
Wie Schwanenzüge schifften vorüber,
Mit schimmernden Segeln, die Helgolander,
Die kecken Nomaden der Nordsee;
Über mir, in dem ewigen Blau,
Flatterte weißes Gewölk
Und prangte die ewige Sonne,
Die Rose des Himmels, die feuerblühende,
Die freudvoll im Meer sich bespiegelte; -
Und Himmel und Meer und mein eigenes Herz
Ertönten im Nachhall:
"Sie liebt ihn! sie liebt ihn!"
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Die Elfen
Durch den Wald im Mondenscheine sah ich jüngst die Elfen reiten; ihre Hörner hört´ich klingen, ihre Glöckchen hört´ich läuten. Ihre weißen Rößlein trugen güldnes Hirschgewei und flogen rasch dahin wie wilde Schwäne. Kam es durch die Luft gezogen Lächelnd nickt mir die Kön´gin, lächelnd im Vorüberreiten. Galt das meiner neuen Liebe, oder soll es Tod bedeuten?

Gesange der Elfen
Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen, dann scheinet uns der Mond, dann leuchtet uns der Stern, wir wandeln und singen und tanzen erst gern.
Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen, auf Wiesen an den Erlen wir suchen unseren Raum und wandeln und singen und tanzen einen Traum.
Elfentanz
Auf der bunten Sommerwiese
tanzen Elfen zart und fein.
Wenn der Mond liegt über dieser,
fröhlich ihren Elfenreign.
Nachts wenn alle Menschen schlafen
dann erwachen sie zum Spiel.
Schmücken sich mit zarten Blüten
schön zu sein, das ist ihr Ziel.
Nur der Freude wolln sie leben
einen ganzen Sommer lang.
Wenn die Sommerzeit zu Ende,
ziehen sie ins Elfenland.
Später aus dem Elfenlande
kommen sie in Deinen Traum.
Möchten dich ein Stück begleiten
durch der Nächte dunklen Raum.
Dann erzählen sie vom Glücke
zeigen dir ihr Märchenland,
das sie jede Nacht durchtanzten
einen ganzen Sommer lang.
Die wartende Elfe Mitternacht schlägt der Glocke Ton, seit Stunden wartet die Elfe schon. Sie möchte zum Tanzen gehen mit ihrem Amethyst, doch der Elfenprinz noch nicht da ist. Wartend sitzt sie am Strand und hält ihr Ringlein in der Hand. Das Pfand für Freundschaft, Lieb und Treu, glänzt an ihrem Finger noch wie neu. Doch da erscheint ihr Amethyst, in seiner Hand eine schwarze Rose ist. Die er mit einem Lächeln seiner Elfe reicht, durch einen Kuss,die Trauer aus ihren Augen weicht. Dann führt er sie zum Reigen, bis sich die Sonnenstrahlen zeigen. Die Elfe nun sehr glücklich ist Und ihren Amethysten zärtlich küsst.
 | | 2月17日
Zauber und Magie
Der Nebel der Zeit ist aufgelöst
und für den,
der noch an Zauber und Magie glaubt,
wird das Wesentliche sichtbar:
Der See Avalons!
Das Wasser,
erleuchtet durch die goldene Farbe
der Träume;
Die Wellen,
die mit dem Sturm der Liebe
heranbrausen;
Die Berge,
aus dem Gefels,
aus dem Wünsche gemacht sind.
Es scheint so wunderbar gülden,
verlassen und geheimnissvoll,
doch zu gleich bedrohlich:
Avalon,
ein Mysterium,
das Reich
der Feen und Trolle.
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Gedicht von Columbus
Ein Fisch, der fliegt – so fing Columbus’ Traum
An einem Morgen an, mit einem Willkürakt.
Ist da ein Indien, das westwärts liegt ,
Sticht man von Spanien aus in See ?
Er sah, und traute seinen Augen kaum.
Wie aus dem Wasser Fische steigen. Neptuns Vögel,
Schrieb er in Tagebuch. In Wüsten Schnee
Entdecken war gewöhnlicher als diese Tiere,
Die aus den Wellen schnellten wie von Bögen
Die Pfeile jener Wilden, die er nackt
Am andern Ufer fand und Indios nannte.
Was las er auf den Helmen seiner Kanoniere,
Stumm nach der Landung? Dieses Unbekannte
War ihm unheimlich wie ein Fisch, der fliegt.
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