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2月28日
Venus Fantasia!
Leih mir noch Einmal die leichte Sandale;
sage, wer bist du, holde Gestalt?
Reich' mir die volle, die funkelnde Schale,
die du mir fülltest so viele Male!
Bist du die Jugend? Werde ich alt?
O! dann fülle die funkelnde Schale;
warum entweichst du mit aller Gewalt?
Leihe, o leih mir deine Sandale!
Willst du verschwinden mit einem Male,
weil ich Tor dich einst Törin schalt?
Jetzt, jetzt preis'ich die leichte Sandale;
horch, o horch, wie mein Loblied schallt!
Reich' mir noch Einmal die volle Schale!
Laß sie mich schlürfen zum letzten Male,
eh du verschwindest – o halt! halt! halt –
Ach – muß jeder Traum so enden?
Nüchtern lichtet bald der Tag
meine dämmergrauen Wände.
Und von Stern zu Stern hin sinn'ich nach,
wie doch jüngst dein flüchtiger Trost mich freute,
hoch in einer hellen Nacht,
die ich ruhelos wie heute
unter Geistern zugebracht,
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Der Schwan
Diese Mühsal, durch noch Ungetanes
schwer und wie gebunden hinzugehn,
gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.
Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
seinem ängstlichen Sich-Niederlassen -:
in die Wasser, die ihn sanft empfangen
und die sich, wie glücklich und vergangen,
unter ihm zurückziehn, Flut um Flut;
während er unendlich still und sicher
immer mündiger und königlicher
und gelassener zu ziehn geruht.
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2月25日
Elfenlied
Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen, dann scheinet uns der Mond, dann leuchtet uns der Stern Wir wandeln und singen und tanzen erst gern.
Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen, auf Wiesen, an den Erlen, wir suchen unsern Raum und wandeln und singen und tanzen einen Traum. |
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Gedicht ... und drinnen träumt der Frühling
Du sitzt am Kamin und träumst vor dich hin. Bewundernd schaue ich dich an. Trotz leicht ergrauter Schläfen hast du dir etwas Mädchenhaftes, Jugendliches bewahrt. Ich könnte mich sofort in dich verlieben, wenn ich es nicht schon wäre.
Draußen prasselt der Regen gegen die Scheiben, der Herbstwind treibt die letzten Blätter vor sich her, und hier drinnen träumt der Frühling.
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Regen gedicht
Der Regen rauscht. Der Regen rauscht schon seit Tagen immerzu. und Käferchen ertrinken im Schlamm an den Wegen. der Wald hat Ruh. Gelabte Blätter blinken. Im Regenrauschen schweigen alle Vögel und zeigen sich nicht. Es rauscht urewige Musik. und dennoch sucht mein Blick ein Streifchen helles Licht. Fast schäm' ich mich, zu sagen: ich sehne mich nach etwas Staub. Ich kann das schwere, kalte Laub nicht länger mehr ertragen.
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Im Frühling
Hier lieg ich auf dem Frühlingshügel Die Wolke wird mein Flügel, Ein Vogel fliegt mir voraus. Ach, sag mir, alleinzige Liebe, Wo du bleibst, dass ich bei dir bliebe! Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus. Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen, Sehnend, Sich dehnend In Lieben und Hoffen. Frühling, was bist du gewillt? Wann werd ich gestillt?
Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss, Es dringt der Sonne goldener Kuss Mir tief ins Geblüt hinein; Die Augen, wunderbar berauschet, Tun, als schliefen sie ein, Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.
Ich denke dies und denke das, Ich sehne mich und weiß nicht recht, nach was. Halb ist es Lust, halb ist es Klage. Mein Herz, o sage,
Was webst du für Erinnerung In golden grüner Zweige Dämmerung? Alte unnennbare Tage.
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2月20日
Der Himmel der Raben
Auf nassem Pflaster tummeln sich zwei Raben. Sie streiten sich. Die Sonne scheint ins Grau. Der Regen trocknet nicht. Den Himmel - blau - Will keiner dieser schwarzen Vögel haben.
Durch trübe Fenster sehe ich sie schreiten. Mal hoppeln sie. Die Flügel schlagen kurz doch fliegen nicht, als fürchteten sie Sturz, und ziehn es vor, sich auf dem Grund zu streiten.
Wer fliegen kann, kann nicht vom Fliegen träumen. Liebt der den Boden, der den Himmel kennt? Wir sehnen uns hinauf zum Firmament - Ein Vogel sehnt sich nach geschlossnen Räumen.
Doch steht’s den Raben frei, zu Fuß zu gehen. Der Boden ist ein gastfreundliches Haus, den, der dort leben will, weist er nicht aus. Doch kann im Himmel nur ein Geist bestehen.
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Asiatische gedicht
Auf der anderen Seite des Weges
Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr. Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch. Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt. Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt. Gebraucht nicht eine andere Redensweise, seid nicht feierlich oder traurig. Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben. Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich damit mein Name im Hause gesprochen wird, so wie es immer war, ohne besondere Betonung, ohne die Spur des Schattens. Das Leben bedeutet das, was es immer war. Der Faden ist nicht durchschnitten. Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein, nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin? Ich bin nicht weit weg, nur auf der anderen Seite des Weges. Charles Pierre Péguy (1873 - 1914), französischer Dramatiker
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Pferd gedicht
Wenn ich nachts in meinen Träumen auf dem Pferderücken sitz, galoppier ich zwischen Bäumen schnell und feurig wie ein Blitz. Ich reit´nen wundervollen Schimmel Seine Tritte hoch und weit, fühl´mich wie im siebten Himmel, wie in der Unendlichkeit. Und ich tölte über Felder ohne Sattel, ohne Zaum und durch große, stille Wälder, leider alles nur im Traum. Doch der wundervolle Schimmel ist Realität zum Glück. Er ist für mich der siebte Himmel und bringt ein Stück vom Traum zurück.
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2月18日
Die Meerjungfrau
Ihr Muschelhäuschen klein und bunt steht glitzernd auf dem Meeresgrund. Ihr Blumengarten ist das Riff, der Spielplatz das Piratenschiff.
Sobald die kleine Nixe singt, ist sie von Fischlein sehr umringt. Das Meer von Blubberblasen schäumt wo schlafend sie da spricht und träumt.
Sitzt oft auf ihrem Fels allein, kämmt gold'nes Haar im Mondenschein und jede Träne in der Nacht, wird eine Perle schönster Pracht.
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Der Engel
Ich liess meinen Engel lange nicht los, und er verarmte mir in den Armen, und wurde klein, und ich wurde gross, und auf einmal war ich das Erbarmen und er eine zitternde Bitte bloss.
Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben, - und er liess mir das Nahe, daraus er entschwand; er lernte das Schweben, ich lernte das Leben, und wir haben langsam einander erkannt. . .
Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht, kann er frei seine Flügel entfalten und die Stille der Sterne durchspalten, - denn er muss meiner einsamen Nacht nicht mehr die ängstlichen Hände halten – seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.
| | | 2月14日
Valentinsgedicht
Ich liebe Dich
Ich liebe Dich, Du Seele, die da irrt im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke, ich liebe Dich, die manch ein Wahn verwirrt, der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke.
Ich liebe Deine armen wunden Schwingen, die ungestoßen in mir möchten wohnen; ich möchte Dich mit Güte ganz durchdringen, ich möchte Dich in allen Tiefen schonen.
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